Die Zentralregierung hat bei der EU beantragt, Käufe durch Nicht-Residenten auf den Kanaren zu beschränken. Könnte ein ähnlicher Ansatz die Wohnraumkrise auf Mallorca entschärfen? Welche Vor- und Nachteile sind damit verbunden?
Die Debatte um Kaufbeschränkungen für Ausländer, angestoßen durch Madrids Antrag in Brüssel, gewinnt auf Mallorca an Bedeutung. Im Kern geht es darum, den Erwerb von Grundstücken oder Wohnungen an eine dauerhafte Wohnnutzung zu knüpfen.
Obwohl die Balearen rechtlich anders behandelt werden als die Kanaren, spiegelt die Diskussion die angespannte Wohnraumsituation wider. Steigende Mietpreise und Wohnungsknappheit prägen den Alltag vieler Menschen.
Im Vergleich zu anderen Regionen sind die Quadratmeterpreise auf den Balearen hoch. Soziale Initiativen weisen darauf hin, dass viele Einwohner keinen bezahlbaren Wohnraum finden. Während Aktivisten strengere Maßnahmen gegen Spekulation fordern, warnen Vertreter der Baubranche vor wirtschaftlichen Risiken.
Eine differenzierte Betrachtung der rechtlichen Durchsetzbarkeit, der Notwendigkeit begleitender Maßnahmen zur Angebotsverbesserung und der potenziellen Auswirkungen auf Investitionen ist entscheidend. Ein reiner Kaufstopp für Nicht-Residenten könnte kurzfristig spekulative Käufe reduzieren, birgt aber das Risiko von Investitionsverlagerungen, einem Rückgang der Bautätigkeit und negativen Folgen für den Arbeitsmarkt.
Zudem könnten steuerliche und regulatorische Schlupflöcher genutzt werden. Daher bedarf es einer umfassenden Strategie, die Kaufbeschränkungen mit Maßnahmen zur Förderung des Wohnungsbaus und zur Unterstützung einkommensschwacher Haushalte kombiniert.
Quelle: Agenturen





